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Philosophie und Menschenbild

IKU verfolgt das Ziel, einen Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung der Lebensqualität für unsere Gesellschaft zu leisten. Dies ist nur erreichbar, wenn der Mensch mit seinem Mitmenschen, sich selbst, der Natur und seinem Glaubenssystem in eine ausgeglichene Interaktion gelangt.
Dafür benötigt IKU ein Menschenbild. Hierbei orientiert sich IKU hauptsächlich an zwei Quellen:

1. Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (1948) inkl. mancher ihrer Konventionen wie z. B. die Kinderrechts-konvention oder das gegenwärtig diskutierte Recht auf eine intakte Umwelt. Der Vorteil liegt nicht nur in der Sinnhaftigkeit des dort implizierten Menschenbildes, sondern auch in ihrer rechtspositivistischen Verbindlichkeit und ihrem nahezu allgemeinverbindlichen Charakter. Vor allem in der heutigen Medien- und Konsumgesellschaft wird die Globalperspektive des Menschenbildes zunehmend relevant. Gemäß den Menschenrechten ist jeder Mensch gleich an Würde und mit Vernunft, Gewissen und einem Recht auf Freiheit begabt. Jeder Mensch hat Glaubensfreiheit, kann sein Leben nach einem übergeordneten Glaubenssystem gestalten und darf seine Meinung frei äußern. Die Freiheit ist jedoch immer in dem Rahmen zugedacht, in dem sie nicht auf Kosten der Rechte anderer geht oder Gemeinsames zerstört. 

2. In Bezug auf religiöse Menschen aus den drei großen monotheistischen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam begründet das IKU das Menschenbild zusätzlich aus der christlich-abendländischen Tradition der Bibel, welches durchaus eine Nähe zum impliziten Menschenbild der Menschenrechte aufweist.

IKU möchte sich in seiner Forschung so wenig wie nur möglich, einem bestimmten wissenschaftlichen Paradigma verpflichten.

Wissenschaftstheoretisch verfolgt IKU einen systemischen, integrativ-interdisziplinären Forschungsansatz, nahe der „Heidelberger Prospektiven Studie“ zur Gesundheit des Menschen. Die dort systemische, multikausale Bedürfnisbeschreibung sieht den Menschen als ein komplexes System, wobei die Bedeutung unterschiedlicher psychosomatischer, sozialer und spiritueller Variablen in Langzeitstudien empirisch nachgewiesen wurde. Erst durch das Zusammenspiel unterschiedlichster Positivfaktoren, kann der Mensch Wohlbefinden und Glück auf Dauer erleben. Der Mensch wird in seiner Bedürfnislage zusammengefasst

„als ein Wohlbefinden, Lust, Sicherheit und Sinnerfüllung suchendes, aktiv mit sich selbst, seiner psychischen und sozialen Umwelt und in der Mensch-Gott-Beziehung kommunizierendes, also interaktives Wesen, das durch seine Aktivität nicht nur Bedingungen für die eigene Bedürfnisbefriedigung setzt, sondern auch Konsequenzen hervorruft, die für die dialektische Entwicklung des Einzelnen und der Gesellschaft wichtig sind.“ (Grossarth-Maticek, Ronald: Selbstregulation, Autonomie und Gesundheit, Walter de Gruyter, 2003, Vorwort)

„Der Mensch versucht durch sein Verhalten permanent für seine Bedürfnisbefriedigung optimale Bedingungen herzustellen. Wenn die Bedürfnisse im Hier und Jetzt befriedigt werden und / oder wenn eine ausgeprägte Hoffnung besteht, die Bedürfnisse in der Zukunft befriedigen zu können und dann Wohlbefinden und Lust zu erreichen, dann entsteht beim Menschen eine starke Lebenstendenz, also ein ausgeprägter Wille, Leben zu wollen.“ (Grossarth-Maticek, Ronald: Systemische Epidemiologie und präventive Verhaltensmedizin chronischer Erkrankungen. Strategien zur Erhaltung der Gesundheit. Berlin 1999, S. 30)

Der Mensch besitzt nach unserem Verständnis sowohl große Potenziale und Gaben, die es zu finden bzw. fördern gilt, als auch Grenzen und Schattenseiten, die ebenso angemessene Strategien erfordern. Das Förderkonzept ist dem der „positiven Psychologie“ (z. B. Seligman) als auch den neuesten Ansätzen zur ganzheitlichen Persönlichkeitsförderung (Dieterich 2009) verwandt.